CRANIO-SACRAL-THERAPIE/ OSTEOPATHIE

Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts bewies der Amerikaner Dr. W. G. Sutherland die Beweglichkeit der Schädelnähte und brachte sein Konzept in die Osteopathie (Knochenheilkunde) ein. Der Arzt und Osteopath John E. Upledger entdeckte 1971 während einer Operation, dass die Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit (der Liquor) im menschlichen Körper beständig pulsiert.
Dieses Pulsieren stellt einen eigenständigen, grundlegenden Rhythmus - vergleichbar mit Herzschlag oder Atmung - dar. Die Bewegung findet als Liquorfluss zwischen dem Schädel (lat. cranium) und dem Kreuzbein (lat. sacrum) statt, umspült das Gehirn und viele Nerven und wird als Impuls über das Bindegewebe durch den ganzen Körper übertragen.
Durch hohe Konzentration und geschulte, »lauschende« Hände lässt sich der Craniosacrale Puls gut spüren, fördern und ausgleichen. Er bietet einen direkten Zugang zur körpereigenen Intelligenz und Regenerationskraft. Über diese Bewegung können ursächliche Blockaden und Funktionsstörungen lokalisiert und mit sehr sanften Impulsen wie leichtem Druck oder Zug behoben werden.

Cranio-Sacral-Therapie und Osteopathie richten dabei den Blick auf strukturelle Ursachen, untersuchen beispielsweise den Einfluss der Körperhaltung auf das Kiefergelenk oder die Wirkung der Atembewegung auf die Bauchorgane.
Sie unterstützen die Flexibilität, indem sie das Loslassen von im Gewebe festgehaltenen Erinnerungen und Gefühlen fördern.
Ihre integrierenden Einflüsse fördern Balance, Klarheit, innere Ruhe, Zufriedenheit und Regeneration.

Die Craniosacrale Therapie hat sich in den letzten Jahrzehnten aus einem Teilgebiet der Osteopathie zu einer umfassenden, eigenständigen Behandlungsform entwickelt, die viele Körpersysteme anspricht, unter anderem das Nervensystem, Knochen, Muskeln und Bindegewebe, das Hormonsystem, den Blutkreislauf und das Lymphsystem. So wird sie angewendet bei Migräne und anderen Kopfschmerzen, bei Gleichgewichtsstörungen, Kiefergelenksbeschwerden, Erschöpfung, Rückenschmerzen oder Unfallfolgen - um nur einige Indikationen zu nennen.

Die klassischen Anwendungen dieser Methode sind ausgesprochen sanft und als zarte Berührungen spürbar. Manchmal werden sie mit etwas festeren osteopathischen Techniken kombiniert. Die Behandlung wird oft als sehr entspannend erlebt, mitunter tauchen aus der Tiefe Bilder oder Gefühle auf, die wahrgenommen werden wollen.

Jede einzelne Behandlung ist wertvoll. Bei chronischen Beschwerden sind aber in der Regel mehrere Anwendungen notwendig. Für die Arbeit an Schwerpunkten wie z.B. Kiefergelenk oder Halswirbelsäule, haben sich Behandlungsserien (z.B. 5 Termine im Abstand von etwa 2 Wochen) besonders bewährt.

Störungen in der Balance zeigen sich frühzeitig im Craniosacralen System, deshalb ist eine vorbeugende Behandlung möglich, auch wenn (noch) keine Symptome vorliegen.

CRANIO UND OSTEOPATHIE FÜR SÄUGLINGE UND KLEINKINDER

Kopf und Wirbelsäule des Kindes unterliegen bei der Geburt immensen Krafteinwirkungen. Beispielsweise schieben sich die Schädelplatten stark übereinander. Nicht immer entfaltet sich der Kopf nach der Geburt wieder vollständig von selbst, was die Funktion von Gehirn, Blutgefäßen oder Hirnnerven beeinträchtigen kann. Schwierigkeiten beim Saugen, sehr häufiges Weinen, auffälliges Überstrecken der Wirbelsäule, Entwicklungsverzögerungen oder das Schauen und Drehen nach nur einer Seite könnten Symptome sein, die eine Behandlung notwendig machen.
Craniosacrale Therapie bietet hervorragende Hilfestellung u. a. für die Beweglichkeit und Symmetrie der Schädel- und Gesichtsknochen, einer flexiblen Wirbelsäule und der gesunden Verdauungsfunktion.

Eine langwierige oder besonders schnelle Geburt, die Entbindung durch Kaiserschnitt aber auch eine äußerlich problemlos verlaufene Geburt kann vom Kind als traumatisch erlebt werden und beispielsweise als Schock im Körpergewebe gespeichert sein. Craniosacraltherapie bietet die Möglichkeit, solche festgehaltenen Gefühle sanft freizusetzen und so den Weg für eine optimale Entwicklung des Kindes zu ebnen.

In der Craniosacralen Therapie bei Säuglingen werden sanfteste Berührungstechniken präzise eingesetzt, sodass schon die Behandlung Neugeborener möglich ist. Eine vorsorgliche Untersuchung und Behandlung in den ersten Lebenswochen ist aus Sicht der Cranio-Sacral-Therapie sehr empfehlenswert.

Für die Mutter sind Schwangerschaft, Geburt und die Pflege des Babys große Herausforderungen. Sich wieder selbst spüren, regenerieren und entspannen ist hilfreich, um den vielen wichtigen Aufgaben nachgehen zu können. Gern biete ich deshalb auch für sie eine Behandlung an.